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Nachsorge

Die erste Woche nach der Katarakt-OP: Ihr Fahrplan

Älterer Mann appliziert zuhause im Wohnzimmer Augentropfen, wie in der ersten Woche nach der Katarakt-Operation üblich

Der erste Morgen nach der Operation des grauen Stars (Katarakt) beginnt für viele Menschen am Frühstückstisch: Die Schutzklappe kommt herunter, ein vorsichtiges Blinzeln, und das Bild ist noch etwas verschwommen. Genau das ist normal. Wie die erste Woche typischerweise verläuft, von der ersten Nacht bis zur Kontrolle nach rund sieben Tagen, zeigt dieser Beitrag Tag für Tag.

Der Operationstag: Ankommen und ausruhen

Nach dem Eingriff fahren die meisten Patientinnen und Patienten noch am selben Tag mit einer Schutzklappe über dem Auge nach Hause. Das Sehen ist verschwommen, dazu kommen häufig Tränenlaufen, ein mildes Fremdkörpergefühl und eine leichte Reizung. All das gehört zum normalen Verlauf.

Planen Sie diesen Tag bewusst ruhig, ohne Termine und ohne körperliche Anstrengung. Ihr operiertes Auge braucht diese erste Erholungsphase. Ein leichtes Druckgefühl oder Kribbeln am Auge ist am ersten Tag ebenfalls normal und braucht in der Regel keine gesonderte Behandlung.

In der Nacht bleibt die Schutzklappe am Auge. Sie verhindert vor allem, dass Sie sich im Schlaf unbewusst ans Auge fassen. Tragen Sie sie deshalb konsequent, auch wenn sie unbequem wirkt.

Tag 1: Klappe ab, Tropfen starten

Am Morgen nach der Operation nehmen Sie die Schutzklappe nach Anleitung ab und beginnen mit dem verschriebenen Augentropfenschema. Halten Sie sich exakt an Reihenfolge und Häufigkeit. Haben Sie eine Anwendung vergessen, holen Sie sie möglichst bald nach, ohne die nächste zu verdoppeln.

Die erste Nachkontrolle findet üblicherweise bereits an diesem Tag statt. Dabei prüft Ihre Augenärztin oder Ihr Augenarzt den Zustand der Wunde und den Heilungsbeginn. Das Sehen bleibt am ersten Tag meist noch unscharf. Viele Patienten berichten aber, dass sich der Schleier schon im Lauf dieses Tages merklich lichtet.

Tag 2 und 3: Die Sicht klart spürbar auf

Bei den meisten Menschen verbessert sich die Sehschärfe in dieser Phase deutlich. Die Rötung und das Fremdkörpergefühl gehen langsam zurück. Leichte Bürotätigkeiten oder einfache Aufgaben im Haushalt sind oft schon nach ein bis zwei Tagen wieder möglich.

Ein Juckreiz am heilenden Auge ist typisch und verführt zum Reiben. Genau das sollten Sie vermeiden, weil Reiben die frische Wunde belastet.

Wer bisher nur an einem Auge operiert wurde, bemerkt in diesen Tagen oft einen deutlichen Unterschied zwischen beiden Augen. Manche lesen anfangs lieber mit geschlossenem operiertem Auge Zeitung, weil ihnen der Unterschied zu groß erscheint. Nach wenigen Tagen gewöhnen sich die meisten daran, wieder beide Augen gemeinsam zu nutzen. Die bisherige Brille passt jetzt möglicherweise nicht mehr richtig. Eine neue lohnt sich aber meist erst, wenn auch das zweite Auge operiert ist und beide Augen ein stabiles Ergebnis erreicht haben.

Tag 4 bis 7: Zurück im Alltag, mit klaren Grenzen

Gegen Ende der ersten Woche fühlen sich viele bereits wieder deutlich sicherer. Lesen und Fernsehen sind uneingeschränkt möglich, leichter Sport ist meist ab einer Woche erlaubt. Tabu bleiben in dieser Zeit:

  • Schwimmen, Baden in der Wanne und Saunabesuche.
  • Augen-Make-up im operierten Bereich.
  • Schwere körperliche Arbeit und intensives Krafttraining.
  • Tauchen und andere Aktivitäten mit starkem Druck auf das Auge.

Diese Einschränkungen schützen die Wunde. Der winzige Schnitt verschließt sich zwar meist von selbst, braucht aber Zeit, um vollständig und stabil zu verheilen. Nach einigen Wochen fallen die meisten Einschränkungen wieder weg. Wer körperlich anstrengend arbeitet, bleibt üblicherweise zwei bis vier Wochen in Schonung.

Rund sieben Tage nach der Operation steht häufig die nächste Kontrolle an. Dabei prüft Ihr Augenarzt den Heilungsverlauf und passt das Tropfenschema bei Bedarf an. Bringen Sie zu diesem Termin am besten Ihre aktuelle Medikamentenliste mit.

Was die ganze Woche über gilt

Räumen Sie zu Hause Stolperfallen aus dem Weg, denn das Sehen ist in dieser Phase noch nicht vollständig stabil. Setzen Sie kein Tropfenpräparat eigenmächtig ab, selbst wenn sich das Auge schon gut anfühlt. Die endgültige Sehschärfe stellt sich ohnehin erst nach vier bis sechs Wochen ein. Die erste Woche zeigt nur die erste, deutliche Besserung.

Melden Sie sich sofort bei Ihrer Praxis, wenn starke Schmerzen, eine plötzliche Sehverschlechterung oder Lichtblitze auftreten. Eine ernste Infektion im Auge, die Endophthalmitis, kommt nur bei etwa 3 bis 5 von 10.000 Operationen vor. Sie zeigt sich meist innerhalb der ersten Tage durch starke Schmerzen, Rötung und deutlichen Sehverlust. Gerade weil sie so selten, aber ernst ist, gilt: lieber einmal zu oft anrufen als zu wenig.

Nächste Schritte

Wie der Heilungsverlauf über die folgenden Wochen weitergeht, lesen Sie in unserem Beitrag zur Nachsorge. Welche Warnzeichen eine sofortige Abklärung erfordern, erfahren Sie unter Risiken.

Quellen

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Zuletzt aktualisiert: 30. September 2026