So läuft die Kataraktoperation ab
Die Kataraktoperation ist der häufigste geplante Eingriff weltweit, und einer der sichersten. Sie dauert im Schnitt 15 Minuten, findet unter Tropfbetäubung statt und ist ambulant. Die meisten Patienten sehen bereits am nächsten Tag deutlich besser.
Die drei Kernschritte des Eingriffs
Keine Angst vor der Betäubung
In über 95 % der Fälle wird das Auge nur mit Augentropfen betäubt, keine Spritze, keine Vollnarkose. Sie bleiben während des Eingriffs wach, müssen aber nichts tun außer stillzuhalten. Sie sehen Licht und Bewegungen, aber keine Details des Eingriffs selbst.
Betäubende Augentropfen. Kein Stechen, kein Pflaster. Sie sind wach und kooperieren aktiv.
Für unruhige Patienten oder komplexere Eingriffe. Das Auge wird vollständig ruhiggestellt.
Nur bei Kindern oder wenn Kooperation nicht möglich ist. Bei Erwachsenen die Ausnahme.
Schritt für Schritt: Was passiert bei der OP?
Der gesamte Eingriff dauert 10–20 Minuten. Im Krankenhaus sind Sie typischerweise 2–4 Stunden, inklusive Vorbereitung und Überwachung danach.
FLACS: Was der Laser wirklich bringt
Bei der Femtosekunden-Laser-assistierten Kataraktchirurgie (FLACS) übernimmt ein Laser das Öffnen der Linsenkapsel, die Schnitte und die Vorfragmentierung der Linse. Das klingt nach einem klaren Vorteil gegenüber der manuellen Methode, doch die unabhängige Forschung zeichnet ein nüchterneres Bild.
Der Cochrane Review 2023 (42 randomisierte Studien) und eine Meta-Analyse 2025 (46 Studien, 8.871 Augen) kommen zum gleichen Ergebnis: Für Routineeingriffe gibt es keinen klinisch bedeutsamen Unterschied in Sehschärfe, Komplikationsrate oder Heilungsverlauf zwischen FLACS und konventioneller Phakoemulsifikation. Ein geringfügig besserer Visus nach einer Woche (FLACS) nivelliert sich nach spätestens einem Monat vollständig.
Quellen: Cochrane Database Syst Rev 2023, CD010735 · Scientific Reports, Feb 2025 (doi: 10.1038/s41598-025-13174-1)
- ·Geometrisch präzisere Kapselöffnung, relevant bei Premium-Linsen (trifokale, torische IOL)
- ·Geringfügig weniger Ultraschallenergie in der Vorderkammer
- ·Etwas seltener hintere Kapselruptur (4 von 1.000 OPs laut Cochrane)
- ·Zuzahlung 500–1.000 € pro Auge, keine Kassenleistung
- ·Für Standardfälle kein nachgewiesener langfristiger Vorteil
- ·Nicht in allen Kliniken verfügbar
- ·Längere Gesamtdauer des Eingriffs
Ihr Tag rund um die Operation
Was Sie von Ankunft bis Heimfahrt erwartet:
Präoperative Augentropfen (falls vom Arzt so verordnet), kein Make-up, jemanden fürs Heimfahren organisieren.
Aufnahme und letzte Voruntersuchung. Pupillenerweiternde Tropfen werden verabreicht, das dauert 20–30 Minuten.
Umkleiden, sterile Abdeckung, Betäubungstropfen. Sie liegen entspannt auf dem OP-Tisch.
Der eigentliche Eingriff. Sie sehen Licht und Farben, aber keine Details. Es ist meist völlig schmerzfrei.
Kurze Überwachung, Augentropfen, erste Kontrolle durch den Arzt. Augenschutz wird angelegt.
Jemand fährt Sie nach Hause. Am OP-Tag selbst nicht Auto fahren. Zuhause ausruhen.
Alle wichtigen Punkte für den Tag der Operation, zum Ausdrucken oder Speichern auf dem Handy.
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