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Der Ablauf am OP-Tag: Von der Ankunft bis zur Entlassung

Ruhiger Start in den Operationstag mit einer Tasse Tee am Morgen

Eine Tasse Tee in der noch stillen Küche, draußen wird es gerade erst hell. So beginnt für viele Patientinnen und Patienten der Tag ihrer Operation des grauen Stars (Katarakt). Der Eingriff selbst dauert meist nur 10 bis 20 Minuten. Vom Betreten der Praxis oder Tagesklinik bis zur Entlassung vergehen trotzdem typischerweise zwei bis vier Stunden, weil Vorbereitung und Nachbeobachtung mehr Zeit beanspruchen als die Operation. So läuft dieser Tag typischerweise ab.

8:00 Uhr: Ankunft, Anmeldung und die ersten Tropfen

Sie kommen zur vereinbarten Zeit, meist am Morgen. An der Anmeldung werden Ihre Daten geprüft und letzte organisatorische Fragen geklärt. Ausweis, e-card und die aktuelle Medikamentenliste gehören dafür ins Gepäck. Manche Praxen gehen an dieser Stelle noch einmal kurz die wichtigsten Punkte zum Ablauf durch.

Danach folgt der erste medizinische Schritt: Augentropfen zur Pupillenerweiterung. Sie brauchen etwa 20 bis 30 Minuten, um vollständig zu wirken. In dieser Wartezeit können weitere vorbereitende Tropfen dazukommen, etwa entzündungshemmende oder betäubende. Viele Patientinnen und Patienten empfinden diese Phase als die längste des Tages. Ein mitgebrachtes Hörbuch oder ein Gespräch mit der Begleitperson verkürzt das Warten.

9:00 Uhr: Vorbereitung und Betäubung

Im Vorbereitungsraum werden Sie gebeten, sich umzuziehen oder einen OP-Kittel über der Kleidung zu tragen. Das Auge und die umgebende Haut werden desinfiziert. Ein steriles Tuch deckt das Gesicht bis auf das operierte Auge ab. Das andere Auge bleibt frei, sodass Sie problemlos atmen und sich orientieren können.

Bei den allermeisten Operationen genügen betäubende Augentropfen. Eine Spritze oder Vollnarkose ist nur in Ausnahmefällen nötig, etwa bei besonders unruhigen Patienten oder komplexen Befunden. Mit Tropfenbetäubung spüren Sie während der Operation keinen Schmerz, bleiben aber wach und ansprechbar. Das hat einen praktischen Vorteil: Kurze Anweisungen wie “geradeaus schauen” lassen sich so einfach befolgen. Auch Husten oder kleine Bewegungen sind kein Problem, wenn Sie es dem Team vorher mitteilen. Der Operateur pausiert dann kurz.

9:30 Uhr: Der Eingriff

Im Operationssaal liegen Sie bequem auf dem Rücken unter einem Mikroskop. Der Operateur eröffnet die Linsenkapsel durch einen winzigen, wenige Millimeter großen Schnitt am Rand der Hornhaut. Mit Ultraschallenergie wird die getrübte Linse zerkleinert und abgesaugt. Dieses Verfahren heißt Phakoemulsifikation. Anschließend setzt der Operateur eine faltbare Kunstlinse ein, die sich im Kapselsack von selbst entfaltet.

Was nehmen Sie dabei wahr? Die meiste Zeit sehen Sie helles Licht und verschwommene Bewegungen, aber kein scharfes Bild des Geschehens. Manche hören leise Geräusche des Geräts. Viele beschreiben das Licht als bunte, sich bewegende Flecken, ähnlich einem Kaleidoskop. Schmerzen sollten Sie keine spüren, ein leichter Druck ist möglich und gilt als normal. Beim Einsetzen der Kunstlinse bemerken manche lediglich einen kurzen Wechsel der Lichteindrücke.

10:00 Uhr: Ruhebereich, Kontrolle und Entlassung

Der Wundschnitt ist so angelegt, dass er sich meist selbst abdichtet. Eine Naht ist in der Regel nicht nötig. Ein leichter Verband oder eine Schutzklappe schützt das Auge für die ersten Stunden oder die Nacht. Nach einer kurzen Überwachung geht es in den Ruhebereich, wo kontrolliert wird, ob alles unauffällig verläuft.

Meist dürfen Sie nach 30 bis 60 Minuten wieder aufstehen und sich anziehen. Vor der Entlassung erhalten Sie genaue Anweisungen zum Augentropfenschema und einen Termin für die erste Nachkontrolle, meist am nächsten Tag. Nutzen Sie diese Minuten für letzte Fragen zum Tropfenschema oder zu den ersten Tagen daheim. Sehen können Sie meist schon direkt nach der Operation, wenn auch zunächst verschwommen. Eine spürbare Verbesserung tritt häufig innerhalb der ersten 24 bis 48 Stunden ein.

Nach Hause fahren Sie nicht selbst. Lassen Sie sich abholen oder nutzen Sie ein anderes Verkehrsmittel.

Wenn das zweite Auge folgt

Bei den meisten Patientinnen und Patienten ist zunächst nur ein Auge behandlungsbedürftig, oder ein Auge zeigt deutlich stärkere Beschwerden. Ist auch das zweite Auge betroffen, folgt die zweite Operation meist ein bis vier Wochen nach der ersten. Dieser Abstand hat einen praktischen Grund: Erst wenn sich das Sehen des ersten Auges stabilisiert hat, lässt sich das Ergebnis zuverlässig einschätzen. Diese Erfahrung fließt in die Planung des zweiten Eingriffs ein, etwa bei der Wahl der Linsenstärke.

Der Ablauf am zweiten OP-Tag entspricht weitgehend dem ersten. Viele berichten, dass der zweite Termin weniger aufregend war, weil ihnen jeder Schritt schon vertraut vorkam. In der Zwischenzeit zwischen beiden Operationen kann sich das Sehen der beiden Augen deutlich unterschiedlich anfühlen. Das ist normal und bessert sich nach der zweiten Operation spürbar.

Wie Sie sich optimal auf diesen Tag vorbereiten, lesen Sie in unserem Beitrag zur Vorbereitung. Details zur Technik der Phakoemulsifikation und zu den verschiedenen Linsentypen finden Sie unter Operationsablauf und Intraokularlinsen.

Quellen

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Zuletzt aktualisiert: 5. August 2026