Wie lange dauert eine Katarakt-Operation wirklich?
Der eigentliche Eingriff dauert meist nur 10 bis 20 Minuten. Die Phakoemulsifikation, also das Zertrümmern und Absaugen der getrübten Linse mit Ultraschall, ist oft schon nach ein bis fünf Minuten abgeschlossen. Vom Betreten der Praxis bis zur Entlassung vergehen trotzdem meist zwei bis vier Stunden. Der Grund: Vorbereitung und Nachbeobachtung brauchen deutlich mehr Zeit als die Operation selbst.
Warum der Termin trotzdem Stunden dauert
Vor dem Eingriff muss sich die Pupille vollständig weiten. Allein diese Vorbereitung dauert 20 bis 30 Minuten. Dazu kommen Anmeldung, Umziehen und die Desinfektion der Augenpartie. Nach der Operation folgt eine Nachbeobachtung von meist 30 bis 60 Minuten, in der das Team kontrolliert, ob alles unauffällig verläuft.
So setzt sich der OP-Tag typischerweise zusammen:
- Anmeldung und Vorbereitung: etwa 30 bis 45 Minuten
- Pupillenerweiterung: etwa 20 bis 30 Minuten Wartezeit
- Der eigentliche Eingriff: meist 10 bis 20 Minuten
- Nachbeobachtung: etwa 30 bis 60 Minuten
Die Operation findet in aller Regel ambulant statt, in einer Tagesklinik oder im Rahmen eines kurzen Krankenhausaufenthalts. Eine Übernachtung ist meist nicht nötig. Organisieren Sie aber jemanden, der Sie nach Hause bringt.
Wovon die reine OP-Zeit abhängt
Wie schnell es im Operationssaal geht, hängt vor allem von der Dichte der Linsentrübung ab. Bei einer leichten, frühen Trübung reichen oft wenige Minuten Ultraschallzeit. Ein weit fortgeschrittener grauer Star mit hartem Linsenkern braucht spürbar länger. Die Gesamtoperation bleibt aber meist im Rahmen von 10 bis 20 Minuten.
In seltenen Fällen, bei etwa 0,5 bis 2 Prozent der Eingriffe, tritt während der Operation eine Komplikation auf, etwa ein Riss der hinteren Linsenkapsel. Ihr Operateur behandelt das direkt im selben Eingriff weiter. Das verlängert die OP-Zeit, bedeutet für Sie aber nicht automatisch ein schlechteres Ergebnis.
Auch die Technik spielt eine Rolle. Bei der femtosekundenlaser-assistierten Methode übernimmt ein Laser vorab einzelne Schritte, etwa die Hornhautschnitte und eine Vorzerkleinerung des Linsenkerns. Dieser zusätzliche Schritt dauert wenige Minuten und findet meist in einem eigenen Raum statt. Insgesamt braucht dieser Ablauf oft etwas mehr Gesamtzeit als die Standardmethode.
Was Sie konkret einplanen sollten
Halten Sie sich am OP-Tag zwei bis vier Stunden frei und legen Sie keine engen Termine direkt danach. Die genauen Zeiten variieren je nach Praxis, Klinik und individuellem Befund leicht.
Wird auch das zweite Auge operiert, geschieht das in Österreich meist nicht am selben Tag. Zwischen den beiden Eingriffen liegen üblicherweise ein bis vier Wochen. So kann Ihr Augenarzt das Ergebnis des ersten Auges abwarten, bevor er den zweiten Termin plant. Rechnen Sie also mit zwei separaten Terminen mit jeweils vergleichbarem Zeitaufwand.
Den vollständigen Ablauf vom Eintreffen bis zur Entlassung lesen Sie in unserem Beitrag zum Operationsablauf. Wie Sie sich auf den OP-Tag vorbereiten, erfahren Sie unter Vorbereitung.
Quellen
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