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Was passiert bei der Spaltlampenuntersuchung genau?

Augenärztliche Spaltlampenuntersuchung, Patient sitzt am Gerät

Die Spaltlampenuntersuchung ist die zuverlässigste Methode, um grauen Star zu erkennen. Ein spezielles Mikroskop mit schmalem, hellem Lichtband macht die Augenlinse sichtbar und zeigt, ob und wo sie getrübt ist. Die Untersuchung dauert nur wenige Minuten und ist schmerzfrei.

Dieser Beitrag erklärt Schritt für Schritt, was Sie bei diesem Termin erwartet und warum diese Untersuchung als Goldstandard gilt.

Was ist eine Spaltlampe überhaupt?

Eine Spaltlampe ist ein binokulares Mikroskop, kombiniert mit einer schwenkbaren Lichtquelle. Der Lichtstrahl lässt sich zu einem schmalen Spalt verengen, daher der Name. Dieser schmale Lichtspalt schneidet optisch durch die durchsichtigen Strukturen des Auges, ähnlich einem CT-Schnittbild, nur mit Licht statt Röntgenstrahlen.

Dadurch lassen sich Hornhaut, Vorderkammer, Iris und Linse Schicht für Schicht beurteilen. Trübungen in der Linse werden als graue oder gelbliche Flecken sichtbar, deren Lage und Ausdehnung sich genau bestimmen lässt.

Der Ablauf im Untersuchungszimmer

1. Vorbereitung Sie setzen sich vor das Gerät und stützen Kinn und Stirn auf eine Halterung. Das hält den Kopf ruhig, ähnlich wie beim Optiker.

2. Erste Betrachtung ohne Tropfen Der Augenarzt betrachtet zunächst Lider, Bindehaut und Hornhaut bei normaler Pupillengröße. Schon hier lassen sich manche Linsentrübungen erkennen, besonders wenn sie zentral liegen.

3. Pupillenerweiterung (Mydriasis) Für eine vollständige Beurteilung der Linse bis zum Rand werden meist Augentropfen gegeben, die die Pupille weiten. Diese Tropfen brauchen 20 bis 30 Minuten, um zu wirken. In dieser Zeit können Sie im Wartebereich Platz nehmen.

4. Untersuchung mit erweiterter Pupille Mit weiter Pupille sieht der Augenarzt die gesamte Linse, auch die äußeren Bereiche, in denen sich Trübungen oft zuerst bilden. Er beurteilt Lage, Dichte und Form der Trübung und ordnet sie einem bestimmten Kataraktyp zu.

5. Zusätzliche Messungen Häufig wird direkt im Anschluss der Augeninnendruck gemessen und der Augenhintergrund kontrolliert, um andere Erkrankungen wie grünen Star oder Netzhautveränderungen auszuschließen.

Was der Augenarzt konkret sieht

Grauer Star zeigt sich an der Spaltlampe in unterschiedlichen Mustern, je nachdem, welcher Teil der Linse betroffen ist:

  • Kernkatarakt: gelbliche bis bräunliche Eintrübung im Linsenzentrum, oft langsam fortschreitend.
  • Kortikaler Katarakt: speichenförmige, weißliche Trübungen am Linsenrand.
  • Hintere subkapsuläre Trübung: scheibenförmige Trübung direkt vor der Rückseite der Linse, verursacht oft früh starke Blendung.

Diese Einteilung hilft nicht nur bei der Diagnose, sondern auch bei der Einschätzung, wie stark die Trübung das Sehen bereits beeinträchtigt und wie sie sich vermutlich weiterentwickelt.

Ein Beispiel aus der Praxis: Bei einem Kernkatarakt fällt Patientinnen und Patienten häufig zuerst eine gelbliche Verfärbung des Sehens auf. Im Vergleich zum anderen, noch klaren Auge wird dieser Unterschied oft erst deutlich sichtbar.

Biometrie: Der nächste Schritt nach der Diagnose

Bestätigt die Spaltlampenuntersuchung einen grauen Star, folgt bei Operationswunsch meist ein weiterer Termin: die Biometrie. Sie ist eine eigenständige Messung und unterscheidet sich vom Spaltlampenbild.

Mit einem optischen Messgerät, oft als IOL-Master bezeichnet, werden die Achslänge des Auges, die Hornhautkrümmung und die Tiefe der Vorderkammer erfasst. Diese Werte fließen in eine Berechnungsformel ein, die die passende Stärke der künstlichen Linse bestimmt.

Bei einer sehr dichten Trübung liefert das optische Verfahren manchmal kein zuverlässiges Ergebnis mehr. Dann kommt eine Ultraschall-Biometrie zum Einsatz, die dieselben Werte auf anderem Weg misst.

Die Biometrie selbst ist ebenfalls schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten pro Auge. Anders als bei der Spaltlampenuntersuchung ist dafür keine Pupillenerweiterung nötig. Beide Untersuchungen ergänzen sich: Die Spaltlampe klärt die Diagnose, die Biometrie bereitet die Operation vor.

Beide Termine können, je nach Praxis, auch am selben Tag stattfinden. Häufiger liegen jedoch einige Tage bis wenige Wochen dazwischen, damit genug Zeit für die Auswertung und die Linsenwahl bleibt.

Ist die Untersuchung unangenehm?

Nein. Die Spaltlampe selbst berührt das Auge nicht. Unangenehm kann höchstens die Helligkeit des Lichts für einen kurzen Moment sein. Nach der Pupillenerweiterung sind die Augen einige Stunden lichtempfindlicher und das Sehen in der Nähe unschärfer. Eine Sonnenbrille für den Heimweg ist deshalb hilfreich. Autofahren wird für diese Zeit meist nicht empfohlen.

Häufige Fragen

Muss ich vor der Spaltlampenuntersuchung nüchtern sein? Nein, das ist nicht erforderlich. Sie können vorher normal essen und trinken.

Wie lange dauert die gesamte Untersuchung inklusive Pupillenerweiterung? Rechnen Sie mit 45 bis 60 Minuten, da die Tropfen Zeit zum Wirken brauchen. Die eigentliche Betrachtung an der Spaltlampe dauert nur wenige Minuten.

Kann ich nach der Untersuchung selbst Auto fahren? Direkt nach der Pupillenerweiterung ist das Sehen in der Nähe und bei hellem Licht eingeschränkt. Viele Praxen raten, sich abholen zu lassen oder öffentlich nach Hause zu fahren.

Reicht eine Spaltlampenuntersuchung, um eine Operation zu planen? Für die Diagnose ja. Vor einer geplanten Operation kommen zusätzlich Messungen wie die Biometrie hinzu, um die passende Kunstlinse zu berechnen.

Werden bei der Spaltlampenuntersuchung auch andere Augenerkrankungen entdeckt? Ja. Neben grauem Star lassen sich mit der Spaltlampe auch Hornhautveränderungen, Entzündungszeichen an der Iris oder Auffälligkeiten der Vorderkammer erkennen. In Kombination mit der Augeninnendruckmessung schließt der Augenarzt zusätzlich grünen Star weitgehend aus.

Was ist eine Endothelzellzählung und wird sie immer gemacht? Diese zusätzliche Messung erfasst die Zellzahl der Hornhautinnenschicht. Sie kommt nicht routinemäßig zum Einsatz, sondern gezielt bei Verdacht auf eine Hornhauterkrankung wie die Fuchs-Dystrophie.

Nächste Schritte

Die Spaltlampenuntersuchung ist meist der erste Schritt auf dem Weg zu einer möglichen Operation. Was danach an weiteren Messungen folgt, erfahren Sie auf unserer Seite zur Voruntersuchung. Wenn Sie unsicher sind, ob Ihre Beschwerden auf grauen Star hindeuten, lesen Sie auch Habe ich Katarakt?.

Quellen

Weiterführende Themen auf kataraktzentrum.org

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Zuletzt aktualisiert: 17. Juli 2026